Nach Martin Buber sind wir Menschen auf ein DU angelegt.
Erst in der Begegnung mit dem DU lernen wir uns selber kennen, passiert Menschwerdung.
Prof. Gerald Hüther bringt es auf den Punkt: Wir Menschen sind soziale Wesen, beseelt vom Wunsch nach Autonomie einerseits und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit andererseits.
Beziehungsarbeit meint also, die gesunde Balance zwischen diesen beiden Ansprüchen zu finden.
In unseren verschiedenen Beziehungsbereichen, ob als Partner, Eltern, Kinder, Vorgesetzte, Kollegen oder Freunde spielt diese Balance eine entscheidende Rolle.
Für manche vielleicht ein mutiger Satz: „Hängen wir einander nicht den Schlüssel für unser eigenes Wohlbefinden um, sondern sorgen wir gut für uns selber.“
Diese Haltung schützt vor der übermäßigen Überfrachtung mit Ansprüchen, denen sich viele Menschen ausgeliefert fühlen. Selbst im Leben gut aufgestellt zu sein, gut mit sich selber umzugehen, gut mit sich selber in Kontakt zu sein schützt vor gegenseitiger Überforderung.
Erst durch die Achtsamkeit auf das, was in uns ist, auf die Impulse, Gedanken und Emotionen treten wir in Dialog mit uns selber. Dieser innere Dialog lässt uns bei uns selber verweilen, schafft Abstand und ermöglicht uns den Freiraum zwischen Reiz und Reaktion auszudehnen. In diesem Freiraum liegt unsere Kraft, unsere Möglichkeit für den nächsten Schritt in die richtige Richtung.
Wir brauchen unsere Emotionen und Impulse, sie zeigen uns unser innerstes, unsere Freuden, das was uns nährt und vielleicht auch die verletzten Anteile. Wir brauchen aber auch unseren Verstand, denn er ordnet die Gefühle, und hilft uns, für uns selber gut zu sorgen. Aber auch der Verstand, der nach Nützlichkeit, nach Normen bewertet alleine ist es nicht.
Die oberste Instanz ist unser Herz, denn im Herzen sind wir frei, dem Herzen haftet weder Emotion noch Kognition an, das Herz bedient sich seiner eigenen Weisheit! Das Herz führt uns über all das hinaus in die Weite. Und so paradox es scheinen mag, ab da beginnt unser Mensch sein, unser innerer Aufstieg, unsere Evolution!
Die Natur hat alles so wunderbar eingerichtet, und ich bin sehr erfreut über die langsame Trendwende in unserer Gesellschaft, die da zeigt, dass der Kampf der Geschlechter allmählich von der Herzensweisheit abgelöst wird. Mitunter beginnen Paare zu erkennen, dass das typisch weibliche, also die emotionale Intelligenz und die Fähigkeit das Netzwerk der Beziehungen zu verbessern für eine hohe Lebensqualität sehr wichtig ist. Die Emotionen brauchen aber den Gegenpol, das stabilisierende des Mannes. Der Mann in seiner Männlichkeit beruhigt, sortiert und ordnet die Themen.
Dies zeigt, dass wir anscheinend dabei sind, diese Gegenpole in uns selber zu erkennen, zu respektieren und zu nützen.
Also von innen nach außen geht die Wirkung des Versöhnt seins mit uns selbst und mit der Mitwelt!
Gemeinsam finden wir heraus, in welchen Beziehungen die Balance verloren gegangen ist und wie diese wieder hergestellt werden kann.