Geschichten sind dazu da, um das Leben, das in ihnen steckt, zu begreifen...
Flow oder Glück
Mihaly Csikszentmihaly schreibt auf der Grundlage seiner über 30jährigen Forschungen zum Thema „Flow“:
Glück finden wir, wenn wir vollständig eins sind mit jeder Einzelheit unseres Lebens, gleich, ob gut oder schlecht, nicht, indem wir direkt danach suchen.
Viktor Frankl, der österreichische Psychologe, fasste es im Vorwort seines Buches Der Mensch auf der Suche nach Sinn zusammen:
„Peile keinen Erfolg an – je mehr du es darauf anlegst und ihn zum Ziel erklärst, umso mehr wirst du ihn verfehlen. Denn Erfolg kann wie Glück nicht verfolgt werden; er muss erfolgen --- als unbeabsichtigte Nebenwirkung, wenn sich ein Mensch einer Sache widmet, die größer ist als er selbst“
Loslassen (für Eltern)
Jedes Jahr brachten Martins Eltern ihn in den Sommerferien zu seiner Großmutter und fuhren am nächsten Tag mit dem gleichen Zug nach Hause. Dann sagt der Junge eines Tages zu seinen Eltern: ′′Ich bin jetzt ziemlich groß. Wie wäre es, wenn ich dieses Jahr alleine zur Oma gehe?" Nach kurzer Diskussion sind sich die Eltern einig. Sie stehen am Bahnsteig, winken und geben ihm einen letzten Tipp aus dem Fenster, während Martin denkt: ′′Ich weiß, das hast du mir schon hundertmal gesagt...!"
Der Zug fährt gleich ab und der Vater flüstert: ′′Mein Sohn, wenn du dich plötzlich schlecht oder verängstigt fühlst, dann für dich!′′ Und er steckt ihm etwas in die Tasche. Jetzt sitzt der Junge alleine, sitzt im Zug, ohne seine Eltern, zum ersten Mal...
Er sieht die vorbeiziehende Landschaft aus dem Fenster, Unbekannte um ihn herum hetzen, machen Lärm, kommen und gehen aus dem Abteil, der Schaffner spricht ihn an, dass er alleine ist. Ein Mensch wirft ihm sogar einen traurigen Blick zu. So fühlt sich der Junge immer unwohler - und jetzt hat er Angst...
Er senkt seinen Kopf, kuschelt sich in eine Ecke des Sitzes, Tränen kommen ihm in die Augen.
Er erinnert sich daran, dass sein Vater ihm etwas in die Tasche gesteckt hat. Mit zitternder Hand sucht er dieses Stück Papier, öffnet es: ′′Mein Sohn, ich bin im letzten Wagen...“
So ist es im Leben...
Wir müssen unsere Kinder laufen lassen und ihnen vertrauen...
Wir sollten aber immer im letzten Wagen sein, damit sie keine Angst haben...
(Verfasser unbekannt)
Wenn gerade keine sanfte Brise weht
Wenn gerade keine sanfte Brise weht, wenn das Schiff nicht ruhig über das Wasser gleitet, und die Sonne gerade nicht auf der Wasseroberfläche glitzert, sondern ein kräftiger Gegenwind bläst, und das Schiff in Schieflage gerät, und einem das Wasser unfreundlich in das Gesicht peitscht, bleibt geistesgegenwärtig an Board, behaltet das Steuerrad fest in eurer Hand und gebt umso mehr euren eigenen Kurs vor.
Ihr seid der Kapitän eures Lebens, ihr gebt die Richtung vor, unabhängig von Wind und Wetter.
Denn irgendwann ist immer Land in Sicht
Mut zum Leben haben
Mut zum Leben haben bedeutet nicht, überzeugt sein, dass mir alles gelingt.
Mut zum Leben bedeutet zu wissen, dass ich Fehler machen werde und machen darf.
Mut zum Leben haben, muss nicht bedeuten, dass ich geradewegs auf ein Ziel lossteuere, sondern dass ich bereit bin, durch Versuch und Irrtum meinen Weg zu finden.
Mut zum Leben haben bedeutet: einen Schritt machen und wieder einen und noch einen….
Ruth Rau